Gardasee - Kurzausflug - Ledrosee

Gardasee ist nicht gleich Gardasee. Gardasee im Norden, Gardasee im Süden, Westufer, Ostufer … Touristenorte oder ein paar Kilometer weg vom See.
Wir haben uns für eine etwas ruhigere Gegend entschieden. Außerhalb der Saison war die Anreise unkompliziert und verlief ohne Pannen. Die Wettervorhersage war echt schlecht – Regen, Regen, Regen. Wir packten also die Regenjacken ein.

Am Anreisetag hatten wir ein herrliches Wetters – 22°C und Sonne. Eine frische Brise.


Die Autobahngebühren beliefen sich also auf insgesamt 52 EUR (hin und zurück).

Die Aussichten waren bereits unterwegs atemberaubend. Verschiedene Felsformationen, blühende Bäume, Flüsse. Herrlich. Den Übergang von Österreich/Italien merkt man ganz einfach auch ohne Grenzübergänge – die Leitplanken haben auf einmal ihre Farbe von Aluminium in Rostbraun geändert. Dabei sollte man bei der Aussprache die Betonung auf Rost legen ;) Das hat allerdings den Bergen und den Aussichten keinen Abbruch getan.

Wir buchten bei booking.com ein ***Hotel in Ledro am Ledrosee. Es sind gerade 15 km vom Gardasee. Das Hotel San Carlo liegt direkt an der Straße, am Seeufer. Man fährt am Nordufer vom Gardasee entlang, über Riva del Garda Richtung Ledro. Die Straße ist schmal, eine Kurve jagt die andere. Mit Automatikgetriebe ein leichtes Spiel – man muss nicht ständig schalten.

Für die Anreise haben wir von uns ca. 4,5 Stunden inklusive Pausen gebraucht – war also kein großer Ding.

Gebucht haben wir ein Economy Doppelzimmer mit Seeblick inklusive Frühstück. Der Preis: 66 EUR pro Zimmer und Nacht. Die Buchung war einfach, die Bestätigung kam schnell. Man konnte noch kurz vor der Abreise kostenlos stornieren.

Also, wir kamen nach den 4,5 Stunden Fahrt durch schöne Landschaften an. Das Hotel machte einen freundlichen, sauberen Eindruck, ein paar Gäste saßen an den Tischen. Eine Rampe für Rollstühle. Die Gäste werden von insgesamt drei Männern bedient – einer an der Rezeption, einer ist für den Restaurant am Nachmittag und einer für das Frühstück zuständig. Anderes Personal habe ich in den 3 Tagen nicht gesehen. Wir wurden nett begrüßt, ich habe zur Auswahl zwei Zimmer bekommen.

Das gebuchte Economy-Zimmer stellte sich als Kellerloch mit einem kleinen Fenster heraus. Seeblick inklusive ;) Das zweite, zur Auswahl stehende Zimmer, war ein Zimmer im 1. OG mit einem Balkon zum Parkplatz (kostenlos, seitlich zur Straße). Das Zimmer war hell, bei geschlossenem Fenster war dort kaum ein Fahrzeug zu hören – wir haben uns also für dieses Zimmer entschieden.

Das Hotel wurde wahrscheinlich vor kurzem renoviert oder umgebaut – alles ist neu, ein schöner Aufzug, schöne Türen, Sanitärobjekte von Villeroy und Boch, einfache aber gute Hotelmöbel. Tresor. Das Bett 1A. Die Matratze fest und dick. Nur die Bezüge haben mich etwas irritiert – eine Decke eingeschlagen in weißen Bettlacken. Ich weiß es nicht, ob die Decke nach jedem Gast gewaschen wird. Ich glaube eher nicht. Sie war allerdings sauber. Die Kissen waren sehr gut, ein zusätzliches Kissen inklusive Bezug im Schrank. Im Bad ein Föhn und ein kleines Tütchen mit Haarshampoo für zwei Personen (ein Doppelzimmer). Weiße Handtücher – sauber und ordentlich. WLAN – zwar langsam, aber vorhanden und kostenlos. Das war der erste Eindruck, mehr dazu etwas später.

Wir packten aus und haben uns entschieden, einen Kaffee zu trinken. Der Herr war sehr nett, sie sprechen alle Deutsch. Der Kuchen war schnell ausgewählt, der Kaffee bestellt.

Auf Eis haben wir verzichtet – einige der Behälter waren leer und standen eingetrocknet da.
Wir suchten uns also ein Plätzchen auf dem Balkon, wunderschön … man konnte direkt auf den See schauen, links eine archäologische Stätte, rechts ein Campingplatz. Ruhig. Fast nichts los, die Saison beginnt doch erst. Wir saßen also da, haben zuschauen können, wie der Herr den Kaffee macht, den Kuchen schneidet und mit dem Kollegen redet. 15 Minuten lang. Der servierte Kaffee war dementsprechend kalt. War unserer erste und letzter dort. Der Kuchen war (glaube ich) typisch italienisch – zuckersüß – Pistazienkuchen und Schokoladenkuchen. Beide sehr gut, für uns allerdings nichts, weil wir fast kein Zucker verwenden – es schmeckte uns also so, als ob man in die Zuckerdose direkt greifen würde.

Nach der Kuchen-Kaffee-Erfahrung hatten wir gar keine Lust mehr, dort zu essen.
Man kann dort angeblich Pizza, Fisch -und Fleischgerichte essen (nach Restaurant sieht es nicht aus, mehr nach einer Kantine). Die Speisekarte wurde in Form von A4-Blättern im Treppenhaus neben der Tür aufgehängt. Diese Entdeckung machte ich rein zufällig, nachdem ich in der Früh in den Erdgeschoss wollte – aber dazu auch etwas später.

Wir machten uns frisch. Ich wollte zwischendurch schauen, ob man im Zimmer mehr Informationen über das Hotel und die Umgebung findet. Tja, dann habe ich eine Infokarte, eingeschweißt in einer Folie gefunden … die war total verschmutzt und fleckig – es war im Vergleich zu allem anderen, was wirklich sauber war, nicht dramatisch – gefallen hat mir es trotzdem nicht, weil dies auf die Nachlässigkeiten hinweist, die sich im Laufe der Zeit auch in anderen Bereichen des Hotels zeigen können (wie zum Beispiel die schmutzigen Eisbehälter).

Aber wozu hat man ‚AroundMe‘? ;) Die App funktionierte dort auch super, ich fand sofort diverse Lokale in der Umgebung. Nach Rive del Garda wollten wir am Freitag nicht mehr fahren – wir haben also eine Runde durch Ledro gedreht. Ein kleiner, verschlafener Ort. Ein Laden, eine Tankstelle Crosina Mario & C. Snc (ein sehr, sehr höflicher Mann, spricht auch Deutsch, betankt das Auto, der Preis war der günstige in der Umgebung), Mini-Golf, Apotheke, Geldautomat, mehrere Lokale – alles, was man braucht. Am Ende haben wir uns entschieden, den Wagen auf dem Hotelparkplatz stehen zu lassen und bei dem Hotel auf der anderen Straßenseite – Cima d’oro zu speisen.

Es war die richtige Entscheidung – wir konnten den Wein genießen, mussten kein Auto fahren, das essen war vorzüglich. Sehr zu empfehlen: Pizza. Ja, ich weiß – so ein Wunder, gute Pizza in Italien ;) … wir konnten allerdings uns in den drei Tagen nicht durch alles durchprobieren, daher kann ich nur berichten, was gut war. Pizza, Wein und der Grappa waren dort der Hammer! Wenn du dort Halt machen solltest, verlange nach dem dunklen Grappa – nicht dem Weißen. Es ist ein Unterschied wie Himmel und Hölle. Es war so gut und so angenehm, dass wir dort sogar am Samstag gegessen haben.

Aaa… der Fernsehen. Am Abend will man noch etwas anschauen – es sind zig italienische Programme, Radiosender und zwei deutsche Programme eingestellt – RTL und ARD.


Die erste Nacht: Bis etwa 22.30 – 23.00 Uhr hört man in diesem Zimmer echt alles im Haus. Von der Straße, bei geschlossenem Fenster bekommt man fast nichts. Danach war die Nacht ruhig und erholsam. Wach waren wir schon um 6.30 Uhr – wir schlafen nicht lang. Um 7.00 Uhr ertönte ein undefinierbares Geräusch – als ob eine Druckpumpe arbeiten würde – wenn jemand noch geschlafen hat, dann war er spätestens jetzt bestimmt wach. Dieses Geräusch ist jeden Tag um die gleiche Zeit zu hören gewesen. Da das Frühstück erst um 8.00 Uhr serviert wird, habe ich mich entschieden, im Erdgeschoss nach einem Tisch zu suchen, um in Ruhe ein wenig schreiben zu können. Laptop gepackt, in den Aufzug gestiegen und blöd geschaut – der Aufzug hält zwischen 22.00 Uhr und 8.00 Uhr nicht im Erdgeschoss an. Diese Etage ist in diesem Zeitraum geschlossen, man kann das Hotel von der Rückseite mit einem gesonderten Schlüssel betreten. Als ich das am Vortag hörte, dachte ich mir nichts dabei. Na ja, o.k. … wenn die Etage geschlossen ist, dann läufst du halt auf anderen Etagen und suchst die Möglichkeit, irgendwo deinen Laptop aufzustellen. Pustekuchen. Kein Tisch, keine Stühle, nichts. Na dann … habe ich auf das Schreiben verzichten müssen. Allerdings habe ich auf der Wanderung zwischen den Etagen die berühmte Speisekarte im Treppenhaus entdeckt (siehe Fotos).


Der Tag begann also abenteuerlich. Das Wetter war auch eine Überraschung – es blieb, entgegen den Vorhersagen, trocken. Super. Außentemperatur 18°C und ein so kalter Wind, dass ich echt meine Wintermütze vermisst habe. Hauptsache trocken. Wir stiegen also ins Auto und machten und nach Riva del Garda. Mit dem Navi von Navigon für iPhone kein Problem. Alles wunderbar beschrieben, alle Blitzer vermerkt, vor jeder scharfen Kurve gewarnt.

Direkt in Riva del Garda gibt es viele Parkplätze, die sogar jetzt, außerhalb der Saison fast alle voll waren – ich möchte nicht wissen, wie es im Sommer aussieht. Die Stadt ist sauber, allerdings gibt es zahlreiche Kontraste – überall alte Häuser und Ruinen mitten in der Stadt. Vielleicht ist genau das, was den Touristen so gefällt? Diese Mischung aus neu und alt, die als besonders Flair bezeichnet wird. Keine Ahnung. Was mir gefallen hat, waren die zahlreichen Cafés mit hervorragenden Kaffeesorten, Eis, Martini und Prosecco am helllichten Tag. Die schmalen Gassen und die Italienerinnen, denen man angesehen hat, dass sie nicht bei C&A und H&M einkaufen.

Man hätte eine kleine Runde mit einem Schiff drehen können – es war allerdings trüb und saukalt – wir haben also verzichtet. Vielleicht das nächste Mal.

Wir sind durch die Gassen rauf und runter gegangen bis uns die Füße weh taten. Ich habe die schönen Schuhe und Taschen begutachtet, mein Mann hat bestimmt die Trägerinnen der Schuhe und Taschen begutachtet, auch wenn nur dezent ;)

Der Tag war einfach nur schön. Gegessen haben wir wieder im Hotel Cima d’oro, der Fasswein war einfach zu gut, um wieder ins Auto zu steigen. In der Früh weckte uns diesmal das undefinierbare Geräusch, das Frühstück war genauso süß wie am Tag zuvor, die Abrechnung und Abreise verliefen ohne Aufregung.
Ach, das Frühstück. Das Frühstück sah so aus: Zuckersüße Croissants mit Marmelade drin, Weißbrot, Salami, Schinken und hart gekochte Eier in bunten Untersetzern aus Kunststoff. Müsli mit Jogurt. Obst aus der Dose. Marmelade und Honig  - wir probierten mehrere Sorten, alle schmeckten gleich nach Zucker. Äpfel und Kiwis. Der Kaffee war heiß. Es gab Tee und Orangensaft und selbstverständlich einen Kuchen. Man war also am Ende satt. Qualitativ – minderwertig bis mittelklassig. Nicht aufregendes. Es stellt sich die Frage, ob man in einem 4-Sterne-Hotel etwas Besseres bekommt. Hängt vielleicht vom Management ab.

Am Ende wollte ich noch an den See, um die Fotos direkt am Ufer machen zu können – es war aber nicht möglich. Von links – kein Zugang – das Grundstück grenzt an die archäologische Stätte, von rechts kein Zugang – ein Tor. Verschlossen. Na dann …

Die Rückreise verlief super, ohne Störungen, ohne Staus.

Fazit: Es lohnt sich ein Hotel zu suchen, das nicht direkt am Gardasee liegt – es ist ruhiger und günstige – man ist trotzdem in ein paar Minuten am Gardasee.

Das Hotel San Carlo würde ich trotz der kleinen Nachteile empfehlen – günstig, sauber, praktisch. Behindertengerecht. Für Kinder wurde allerdings nichts vorgesehen – ich sah dort gleich nichts, keine Schaukel, kein Sandkasten.

Allerdings in dem Hotel gegenüber - Cima d’oro – dort gibt es ein Pool, schöne Liegen, eine Schaukel, die Haustiere sind gerne gesehen. Die Preise sind vergleichbar.






Na guuut … und zwei Paar Schuhe habe ich mir auch noch gekauft ;) 





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