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Ästhetische Behandlungen

Attraktivitätssteigerung auch ohne Skalpell möglich

 

Ein attraktives jugendliches Aussehen gewinnt in unserer modernen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Viele Menschen, insbesondere Frauen, wollen nicht nur lange körperlich fit bleiben, sondern auch optisch anziehend und attraktiv wirken. Schönheitsoperationen sind dazu häufig nicht nötig. Studien konnten zeigen, dass minimal-invasive Behandlungsmethoden bereits große Effekte erzielen.

Minimal-invasive Verfahren sind kleinste Eingriffe (ohne Skalpell). Injektionen mit Botulinum und Faltenunterspritzungen mit Hyaluron- oder Calciumhydroxylapatitfillern sind beliebte Beispiele dafür. Doch können diese Methoden die Wünsche der Kunden erfüllen?

Kann durch eine Schönheitsbehandlung die Attraktivität gesteigert werden und ist das Aussehen wirklich frischer und jünger? Diesen Fragen ging eine neue Studie von Prof. Dr. Martina Kerscher, Universität Hamburg, nach.

 

Attraktivität ist der Marktwert des Körpers(1)

Die Anziehungskraft schöner Gesichter scheint uns schon in die Wiege gelegt zu sein. „Bei Untersuchungen an zwei Monate alten Säuglingen, denen man verschiedene Porträtfotos zeigte, konnte man feststellen, dass attraktive Gesichter länger angeschaut wurden als weniger attraktive“, so Kerscher anlässlich eines Presseroundtables der Firma Merz Pharmaceuticals zum Thema „Attraktivitätssteigerung durch minimal-invasive Verfahren: Wahrheit oder Mythos?“(2)

Doch was genau sind die Merkmale eines attraktiven Gesichtes? „Durch eine bestimmte „Morphing-Software“ gelang es Prof. Gründl von der Universität Regensburg das attraktivste und das unattraktivste Gesicht am Computer grafisch darzustellen“(3), so Kerscher weiter. Grundlage dafür war die Bewertung von 64 Frauengesichtern durch 500 Laien. Sie entschieden auf einer Bewertungsskala von 1 bis 7, was sie anspricht und was nicht. Daraus konnten Merkmale abgeleitet werden, die ein Gesicht attraktiver machen:

 

•          Braune Haut

•          Schmales Gesicht

•          Wenig Fettansatz

•          Dunkle, schmale Augenbrauen

•          Mehr, längere und dunklere Wimpern

•          Keine Augenringe

•          Kleiner Abstand zwischen Augenlid und Lidfalte

•          Hohe Wangenknochen

•          Schmale Nase

•          Volle, gepflegte Lippen

•          Schmaler Hals

 

Wissenschaftliche Befragung: Frauen bewerten Frauen

Die genannten Merkmale fließen auch bei der Beratung des Patienten durch den ästhetisch tätigen Facharzt ein, wobei diese immer individuell ausgerichtet ist. Die daraus resultierenden Veränderungen können von der Umwelt jedoch auch nachteilig wahrgenommen werden, wie Beispiele aus der operativen ästhetischen Chirurgie zeigen. Kerscher ging deshalb der Frage nach, ob die Anwendung minimal-invasiver Verfahren objektiv zu einer attraktiveren Wirkung führen kann. Zu diesem Zweck wurde bei den weiblichen Studienteilnehmern jeweils eine komplette Gesichtsbehandlung (Full Face) mit Fillern und Botulinum durchgeführt.

Im Rahmen der Studie wurden bisher 277 Beurteilerinnen befragt. Dabei handelte es sich ausschließlich um Laien, die Gesichter bezüglich ihrer Attraktivität bewerteten, ohne zu wissen, ob vorher minimal-invasiv behandelt wurde oder nicht. Informationen bezüglich des Alters der Studienteilnehmer lagen den Beurteilerinnen nicht vor. Für die Evaluation der Attraktivität wurde eine 7-Punkte-Likert-Skala von 1 (sehr unattraktiv) bis 7 (sehr attraktiv) verwendet. Zudem wurde eine Einschätzung des Alters vorgenommen.

 

Bewertung der minimal-invasiven Gesichtsbehandlungen

„Mit unserer aktuellen Studie wurde erstmalig überprüft, ob eine komplette Gesichtsbehandlung mit minimal-invasiven Verfahren tatsächlich zu einer höheren Attraktivität und einer jüngeren Alterseinschätzung führt“, so Kerscher. 30 Frauen im Alter von 35 bis 65 Jahren wurden zunächst individuell im oberen Gesichtsdrittel (horizontale Stirnfalten („Sorgenfalten“), Glabellafalte („Zornesfalte“), periorbitale Falten („Krähenfüße“) mit Incobotulinumtoxin Typ A) behandelt. Nachdem die muskelentspannende Wirkung die mimische Faltenaktivität vermindert hatte, wurden bestimmte Gesichtspartien zwei Wochen später mit einem Hyaluronfiller (Belotero® Produktfamilie, Merz) bzw. mit einem Calciumhydroxylapatitfiller (Radiesse®, Merz) unterpolstert. Die Behandlung wurde individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen abgestimmt.

Korrigiert wurden beispielsweise Volumenverluste im oberen oder unteren Wangenbereich, Hohlwangen, stark ausgeprägte Nasolabialfalten, Lippenfalten und die Kieferlinie bis hin zur Nasenrückenkorrektur. Unmittelbar vor und vier Wochen nach der abgeschlossenen Behandlung des ganzen Gesichtes wurden standardisierte digitale Fotoaufnahmen der Patientinnen gemacht und in völlig ungeordneter Reihenfolge in einen Online-Fragebogen eingefügt. Insgesamt waren es 60 Fotos, die von der unabhängigen Jury bewertet wurden. Darüber hinaus sollten sich auch die Patientinnen selbst bezüglich ihrer Attraktivität zu den Vorher- und Nachher-Bildern äußern.

 

Sie haben das Ziel erreicht: attraktivere Ausstrahlung, jüngeres Aussehen!

Die Ergebnisse waren deutlich: Alle Patientinnen wurden von den Beurteilerinnen nach der Behandlung als deutlich attraktiver und jünger eingeschätzt. In allen Fällen stieg die Attraktivität im Ratingergebnis um bis zu einen Punkt auf der Likert-Skala. Viele Patientinnen wurden bis zu fünf Jahre jünger geschätzt, eine sah im Ergebnis sogar 18 Jahre jünger aus. Auch die Behandelten selbst schätzten sich als attraktiver ein und beschrieben eine gesteigerte soziale Wahrnehmung. Sie wurden als besonders gut aussehend bezeichnet und gefragt, ob sie gerade im Urlaub waren.

 

 

Fazit der Expertin: „Full-Face-Behandlungen mit minimal-invasiven Methoden haben einen positiven Einfluss auf die Attraktivität und die Alterseinschätzung! Das ist ein spannendes Ergebnis, ganz besonders wenn man weiß, dass vergleichbare Untersuchungen an Patientinnen, die sich chirurgischen Eingriffen wie einem Face- oder Stirnlift bzw. einem kombinierten Face-Hals-Stirnlift oder einer Lidkorrektur unterzogen hatten, teilweise keine Verbesserung der Attraktivität feststellen.“

 

1 Zitat von Michael Rumpf, deutscher Essayist und Aphoristiker, am 16.12.1948 in Heidelberg geboren

2 Medienlunch „Attraktivitätssteigerung durch minimal-invasive Verfahren: Wahrheit oder Mythos?“, Hamburg, 18.11.2014, Veranstalter: Firma Merz Pharmaceuticals

3 Prof. Gründl, Universität Regensburg, Journal für Ästhetische Chirurgie, 1 2010, Springer Medizin

 

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Bericht:

Elke Engels

Apothekerin, Business Coach (IHK)

Fachjournalistin für Pharmazie und Medizin

Chefredakteurin PTA PROFESSIONAL

www.ElkeEngels.de


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